Triggerwarnung
- Tim Osborne
- 1. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Jan.

Seid ihr schon einmal beim Lesen eines Buches über eine Triggerwarnung gestolpert?
Ein derartiger Hinweis informiert die Leser, dass in dem Buch bestimmte, potenziell belastende Inhalte vorkommen. Er ermöglicht es Lesern, die auf bestimmte Themen (wie zum Beispiel Tod oder Gewalt) sensibel reagieren, diese Inhalte (bzw. gleich das gesamte Buch) zu meiden.
Eine gute Sache, wie ich finde. Allerdings muss ich mir als Autor nun auch gleich an die eigene Nase fassen, denn in den Torak-Büchern kommen fast alle klassischen Trigger-Themen vor. Brauchen meine Bücher also ebenfalls eine Triggerwarnung?
Zumindest die Frage, was darinstehen müsste, lässt sich schnell beantworten. Die KI meines Vertrauens spuckt zu »Torak - Feenblut« zum Beispiel die folgende Triggerwarnung aus:
Inhaltswarnungen
Dieses Buch richtet sich an erwachsene Leser und enthält:
Gewalt und Blut – Detaillierte Kampfszenen mit tödlichem Ausgang, Beschreibungen von Verletzungen und Blut
Sexuelle Inhalte – Explizite erotische Szenen zwischen Erwachsenen
Sexuelle Nötigung – Eine Szene, in der ein Charakter durch Manipulation zu sexuellen Handlungen gezwungen wird
Tod und Verlust – Mehrere Charaktere sterben, darunter nahestehende Personen der Protagonisten
Körperhorror – Parasiten, die in einen menschlichen Körper eindringen; wiederbelebte Tote mit verstörenden Verletzungen
Folterandrohung – Explizite Drohung mit körperlicher Verstümmelung
Gefangenschaft – Charaktere werden gegen ihren Willen festgehalten
Kontrollverlust – Magische Beeinflussung des freien Willens
Hoffnungslosigkeit – Szenen, in denen Charaktere aufgeben und den Lebenswillen verlieren
Hinweis
Die aufgeführten Inhalte dienen der Handlung und werden nicht voyeuristisch oder reißerisch dargestellt. Wenn du zu einem der genannten Themen einen persönlichen Bezug hast, entscheide selbst, ob dieses Buch das Richtige für dich ist.
Hmmm. Schon ganz schön schlimm. Frage ich die KI jetzt, welche typischen Trigger nicht enthalten sind, bleibt die Liste eher kurz:
Keine sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige
Keine Darstellung von Suizid als Handlungsoption
Keine ausgedehnten Folterszenen
Keine Verharmlosung von Gewalt oder Missbrauch
Ich muss gestehen, mir ist ein ganz erheblicher Teil der gegenwärtigen Fantasy-Literatur zu soft. Was möglicherweise auch daran liegen mag, dass Bücher der Kategorien Young Adult bzw. New Adult sowie Romantasy – also Fantasy mit (schmacht) Romantik – einen immer größeren Teil des Marktes ausmachen. (Manchmal habe ich da schon das Gefühl, weit am Mainstream vorbei zu schreiben.) Außerdem nehme ich an, dass insbesondere Verlagsautoren ein wenig aufpassen müssen, was sie schreiben, um nicht zu sehr bei Verlag anzuecken und massenmarkttauglich zu bleiben.
Sicherlich sind wir heute (aus gutem Grund) auch sensibler als früher. Ich habe mir gerade mal die potenziell erforderlichen Triggerwarnungen für das Buch »Wolfsblut« von Jack London (also ein Klassiker der Jugendliteratur, empfohlen für die Mittelstufe) angesehen. Auch nicht besser als Torak!
Aktuell meine ich, bei meinen Büchern ohne Triggerwarnung auszukommen. Die Zielgruppe ist ein erwachsenes Publikum. Und auf die erotischen Inhalte wird schon im Klappentext hingewiesen. Aber was meint ihr? Ich freue mich über Feedback.


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